Diese Entlohnungskultur im Bankenwesen gilt als einer der wichtigsten Auslöser für die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise. Dieser Unsitte ein Ende zu machen, das hatten Regierungen in Europa und Übersee nach dem Ausbruch der Misere gelobt. Passiert allerdings ist da bislang wenig. Nun will die EU endlich Fakten schaffen – und zwar durch ein Treffen den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Wochenende in London.
Wenn einer Mist baut, dann muss er dafür grade stehen – keine Selbstverständlichkeit bisher in der Finanzwelt. Große Risiken, das bedeutete oft große Verluste. Und trotzdem durften Banker für ihre riskanten Geschäfte hohe Belohnungen einstreichen. „Das muss sich ändern“, sagte der schwedische Ratsvorsitzende Anders Borg. „Wir sind immer noch in einer schwierigen Situation und wir werden soziale Spannungen bekommen, wenn es so prekär bleibt auf dem Arbeitsmarkt. Deswegen müssen wir klar machen, dass es mit dem alten Bonussystem vorbei is.“
Der schwedische Finanzminister und seine anderen EU-Kollegen haben sich deshalb in Brüssel auf neue Regeln verständigt. Sie sehen vor, dass Belohnungen für Banker angemessen und auch verständlich sein sollten. Bei Misswirtschaft drohen sogar Abzüge. Außerdem setze die EU auf langfristige Erfolge. Bonusse sollen nicht sofort ausgezahlt werden, sondern erst nach einigen Jahren, wenn sich zeigt, dass die gesamte Bank keine übermäßige Risikoposition hat.
Wie sich Belohnungen künftig sinnvoll errechnen lassen, steht nicht in dem Papier. Der deutsche Ressortchef Per Steinbrück hatte ursprünglich vorgeschlagen, Bonus und Gehalt voneinander abhängig zu machen. In dem Entwurf finden sich auch keine festen Obergrenzen für die Bonuszahlungen – dagegen hat sich bislang nämlich Großbritannien gesperrt. Mit den schwammigeren Formulierungen können nun offenbar alle Leben.
Der britische Kollege hat sie im Prinzip befürwortet und nun muss gesehen werden wie eine Position der g20 gefunden werden kann, es wird nicht reichen, wenn Europa alleine hier Position bezieht.
Die EU will auch mehr Geld in den internationalen Währungsfonds stecken. Statt 75 Milliarden Euro soll ihr Anteil auf 125 Milliarden steigen. Immerhin soll der IWF künftig einmal Krisenfeuerwehr und Weltfinanzaufsicht werden. Und auch da wollen die Europäer großen Einfluss nehmen.